Rhabarber und das Schreckgespenst Oxalsäure

Endlich gibt es wieder Rhabarber zu kaufen. Für viele ein Grund zu Freude, aber für manchen auch ein Grund zur Skepsis, denn Rhabarber enthält Oxalsäure, mit der ein paar unangenehme Eigenschaften einhergehen. Zum einen hat Oxalsäure die Eigenart ein stumpfes Gefühl auf den Zähnen zu hinterlassen. Das liegt daran, dass die Oxalsäure mit Calcium z. B. aus den Zähnen, aber auch aus begleitenden Milchprodukten, unlösliches Calciumoxalat bildet und an den Zähnen haften bleibt. Das lässt sich leider nicht verhindern, denn auch Zähneputzen sollten man mind. 45Min nach dem Verzehr vermeiden, da der Zahnschmelz dafür zu sehr angegriffen ist.

Zum anderen reagieren empfindliche Mägen häufig sensibel auf den Verzehr von Oxalsäure. Dies ist bei jungem Rhabarber selten der Fall, mit zunehmender Reife nimmt der Grad der Oxalsäure aber soweit zu, dass ab Mitte Juni von dem Konsum von Rhabarber abgeraten werden muss. Es gibt sogar einen offiziellen Stichtag, an dem Rhabarber nicht mehr geerntet wird und zwar der 24. Juni, der Johannistag. Dies dient aber vornehmlich der Regeneration der Pflanze.

Zwar zählt Rhabarber neben Spinat, Mangold und Rote Beete zu den oxalsäurereichen Gemüsearten, aber eine akute Vergiftungen durch Oxalsäure über den Verzehr von Rhabarber sind nicht zu befürchten. Die kritische Dosis an Oxalsäure für einen Erwachsenen beginnt bei 5g, 100g Rhabarberstängel enthalten aber nur etwa 0,23 bis 0,5 Gramm Oxalsäure. Anders sieht das bei den Rhabarberblättern aus. Sie enthalten große Mengen an Oxalsäure und sind deshalb ungenießbar. Menschen, die an Nierensteinen leiden oder litten, sollten aber grundsätzlich die Aufnahme von Oxalsäure begrenzen. Denn zusammen mit anderen Stoffen kann Oxalsäure zur Nierensteinbildung beitragen. Vorbeugend sollt man Rhabarber mit Milchprodukten kombinieren, denn das Calcium der Milch bindet einen Teil der Oxalsäure, diese gebundene Form kann dann nicht mehr vom Körper aufgenommen werden. Die tägliche Calcium-Dosis muss dem Körper dann aber noch einmal separat zugeführt werden.

Trotz der ganzen Diskussion zur Oxalsäurebelastung gehört junger Rhabarber zu dem Gesündesten gehört, was der Garten im Frühjahr zu bieten hat. Kombiniert mit Erdbeeren oder Vanille, egal ob als Pudding, Soße, Joghurt oder Eis, ist Rhabarber einfach ein tolles Geschmackserlebnis.

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Eine Antwort auf Rhabarber und das Schreckgespenst Oxalsäure

  1. Margret sagt:

    Hmmm… Rhabarber! Besonders mit Erdbeeren schmeckt das toll!

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