Ceviche – Roher Fisch und rohe Zwiebeln in Limettensaft: ein südamerikanischer Alptraum als Rezept des Monats!?

Was musste ich letztens in einer renommierten deutschen Gourmet-Zeitschrift lesen? Das südamerikanische Nationalgericht „Ceviche“ wurde dort als Tipp des Monats vorgestellt! Das nackte Grauen ergriff mich!

Um eins vorweg zunehmen: beim Essen bin ich nie mäkelig gewesen: Pilze von der Pizza pulen oder Erbsen aus der Suppe fischen hat es bei mir nie gegeben. Brav wurde alles probiert: ob Schnecken, Spinat oder Muscheln. Aber bei Ceviche hört der Spaß bei mir definitiv auf! Seit einem Schüleraustautausch ins südamerikanische Ecuador ergreift mich schon bei der bloßen Erwähnung des Begriffs die nackte Panik, mich überkommt schlagartig eine Übelkeit und kalte Schauer laufen mir über den Rücken.

Zur Erklärung: Ceviche ist das Nationalgericht Perus, welches auch in anderen Ländern Lateinamerikas weit verbreitet ist. Es handelt sich um rohen Fisch, der in Limettensaft (sehr viel Limettensaft und sehr saurer Limettensaft) eingelegt wird und kalt (!) mit Gemüse serviert wird. Aus irgendeinem Grund, der sich für mich bis zu dem heutigen Tage nicht erschließen will, sind die Südamerikaner unglaublich stolz auf diese saure Scheußlichkeit.

Freudestrahlend wurde mir mehrere Male dieser Klassiker der südamerikanischen Küche aufgetischt und wer schon einmal in einem fremden Land zu Gast war, weiß, dass es meist nicht gut ankommt landestypische Spezialitäten zu boykottieren. In manchen Kulturen wird sogar erwartet, dass alles aufgegessen wird. So musste ich mir ein ums andere Male unter den wachsamen und begeisterten Augen meiner gesamten Gastfamilie (Eltern + fünf Kinder + Dienstmädchen + Onkel, Tante, Freundin oder sonstige Gäste) den gesäuerten Fisch reinzwängen. In Ecuador wird das Ganze noch durch eine Unmenge an rohen Zwiebeln, Tintenfisch und gerösteten Mais untermalt. Ok, letzteres ist vielleicht nicht so schlimm, aber das wird dadurch kompensiert, dass man das Ganze mit salzigem Popcorn serviert bekommt. Dieser saugt sich selbstredend innerhalb von Sekunden mit der sauren Soße voll, was ihn somit auch ungenießbar werden lässt. Was diese Kombination mit meinem empfindlichen europäischen Magen angerichtet hat, bleibt an dieser Stelle besser unerwähnt… Die besagte Zeitschrift tituliert ihr Rezept des Monats übrigens als „Sushi Südamerikas“. Ich muss sagen: das hat Sushi wirklich nicht verdient!

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5 Antworten auf Ceviche – Roher Fisch und rohe Zwiebeln in Limettensaft: ein südamerikanischer Alptraum als Rezept des Monats!?

  1. Klaudia Menke sagt:

    Ich bin auch schon mal in den “Genuss” von Ceviche gekommen und fand die Mischung aus Zitronensaft und rohem Fisch sehr unangenehm. Kenne aber viele Menschen, die Ceviche sehr gerne essen. Die Geschmäcker sind eben verschieden…

  2. Paul678 sagt:

    Ceviche zählt zu meinen Lieblingsrezepten! Wer Suhsi mag, mag auch Ceviche. Vor allem die Zitrone macht das Gericht so besonders.

  3. InPeru sagt:

    Ich muss sagen, dieser Artikel ist an Inkompetenz nicht zu ueberbieten. Absolut schlechte und einseitige Stellungnahme. Ein haufen Fehler in der Beschreibung des Gerichts. Wenn Sie so voreingenommen gegenueber Suedamerika sind, dann bleiben Sie doch am besten gleich zuhause!
    Ceviche als ” saure Scheußlichkeit” zu bezeichnen ist schlicht laecherlich. Ich lebe seit zwei Jahren in Lima und habe noch keinen Europaer getroffen dem das Ceviche nicht gefiel. Wenn sie einen empfindlichen Magen haben ist das Ihr Problem, aber ein bisschen mehr Sachlichkeit und Objektivitaet wuerde Ihnen ganz gut tun.

    • Friedericke sagt:

      Vielen Dank für deinen Kommentar. Vielleicht haben wir damals auch einfach Pech gehabt und Ceviche wurde nach einem falschen Rezept zubereitet. Wie ist denn dein Rezept? Wir würden uns darüber freuen, wenn du uns die Anleitung zukommen lassen würdest, dann hätten wir die Chance die Meinung über Ceviche nochmal zu ändern. Gerne würden wir das Gericht nachkochen ;-) und dir eine Rückmeldung geben.

    • Gab sagt:

      Lieber Sven,
      ich finde deinen Artikel auch höchst unprofessionell.
      Deine äußerst deutschen Geschmacksnevern sind anscheinend nicht qualifiziert genug um Internationale Küche zu bewerten.
      Ich habe erst vor ein paar Wochen Ceviche in Barcelona gegessen in einem lateinamerikanischen Lokal. Es war angerichtet in einer Gurke mit Mango und roten Zwiebeln und es war für mich ein großartiges Geschmackserlebnis.
      Sehr peinlich dein Artikel,ich hoffe das wirklich kein Lateinamerikaner das lesen wird was du geschrieben hast.

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