Zuckeralkohol – Was verbirgt sich dahinter?

Zuckeralkohol. Das klingt nach Kalorienbombe und nach Rausch. Doch der Name ist irreführend. Mit Trinkalkohol haben Zuckeralkohole (Polyole) außer einer ähnlichen chemischen Struktur nichts gemeinsam. Die süßen Kohlenhydrate sind in zahlreichen Früchten und Pflanzenteilen enthalten, werden jedoch auch industriell hergestellt. Die weißen, geruchlosen, kristallinen Pulver sind unterschiedlich gut hitzebeständig und wasserlöslich und kommen vor allem in der Lebensmittelindustrie zum Einsatz.

Zuckeralkohole gehören zur großen Gruppe der Zuckeraustauschstoffe und gelten als Lebensmittelzusatzstoffe. Entsprechend müssen sie mit E-Ziffern gekennzeichnet werden. Das Zusatzstoffrecht erlaubt die Verwendung von acht Zuckeralkoholen (Sorbit, Xylit, Mannit, Isomalt, Maltit, Lactit, Erythrit und Polyglycitolsirup) für bestimmte Lebensmittel.

Im Vergleich zu Zucker liegt die Süßkraft von Zuckeralkoholen zwischen 40 und 100 Prozent. Doch diese Stoffe können mehr als süßen. Der älteste und am meisten verbreitete Vertreter aus ihren Reihen, Sorbit (E 420), wird genau wie Xylit (E 967) gerne als Feuchthaltemittel etwa in Marzipan genutzt. Darüber hinaus zeichnen sich alle Zuckeralkohole, besonders jedoch Sorbit und Erythrit (E 968), durch einen sehr starken kühlenden Effekt aus. Das macht sie zu beliebten Süßungsmitteln für Kaugummis und Pfefferminzbonbons. Und schließlich verursachen Zuckeralkohole im Gegensatz zu Haushaltszucker keine oder weitaus weniger Karies. Sie finden sich daher besonders häufig in Zahncremes und Zahnpflegekaugummis.

“Unser Körper geht mit Zuckeralkoholen anders um als mit Haushaltszucker”, erläutert Harald Seitz, Ernährungswissenschaftler beim aid infodienst in Bonn. “Diese Stoffe werden ohne Mithilfe von Insulin vom Blut in die Zellen transportiert, so dass der Blutzuckerspiegel nicht ansteigt. Das machte sie ursprünglich zu einem für Diabetiker besonders geeigneten Süßungsmittel.” Mit 2,4 Kilokalorien pro Gramm ist die Energiedichte von Zuckeralkoholen tatsächlich rund 40 Prozent geringer als die von Haushaltszucker. Allerdings hat die wissenschaftliche Forschung inzwischen gezeigt, dass Diabetiker keine besondere Diät halten müssen. “Das gilt auch für Menschen, die abnehmen möchten. Der Austausch von Zucker kann als Baustein etwas taugen. Um eine ausgewogene Ernährung kommt man aber auch so nicht drum herum”, sagt Harald Seitz.

Ein weiterer Wermutstropfen ist: Zuckeralkohole ziehen Wasser an und können schon in geringen Mengen Blähungen, Durchfall und Bauchkrämpfe verursachen. Als Anhaltspunkt für die Verträglichkeit von Zuckeralkoholen gilt der sogenannte Toleranzwert. Er gibt eine je nach Zuckeralkohol unterschiedlich hohe Tagesdosis für Erwachsene an, bei der üblicherweise keine Beschwerden auftreten.

Für die Verwendung im Haushalt sind vorwiegend Sorbit und Maltit (E 965), sowie Mischungen aus ihnen und Süßstoffen erhältlich. Die Pulver müssen kühl und vor allem trocken gelagert werden.

Quelle: Eva Neumann, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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