Übergewicht: Besonders Frauen fühlen sich diskriminiert

In Deutschland fühlen sich stark übergewichtige Menschen häufig diskriminiert. Vor allem Frauen sind betroffen, hat eine Studie des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) der Universität Leipzig gezeigt. Rund 3.000 Menschen wurden telefonisch gefragt, ob sie in ihrem Leben Diskriminierungen aufgrund ihres Körpergewichts erfahren hatten. Gemeint waren nicht nur unsensible oder respektlose Kommentare, sondern auch konkrete Benachteiligungen auf dem Arbeits- und Wohnmarkt. Zusätzlich machten die Befragten Angaben zu Geschlecht, Alter, Bildung und ihrem aktuellen Körpergewicht.

Rund 7 Prozent der Befragten waren bereits mit einer ablehnenden Haltung aufgrund ihres Körpergewichts konfrontiert worden. Je größer das Übergewicht, umso häufiger waren die Diskriminierungen. 38 Prozent der Befragten mit schwerer Adipositas (Body Mass Index (BMI) über 40) fühlten sich gewichtsbedingt in ihrem sozialen Leben benachteiligt. Bei leichter bis mittlerer Adipositas (30-39,9) waren es 10 bis 18 Prozent, bei Übergewichtigen (25-29,9) nur knapp 6 Prozent.

Zwischen „Übergewichtigen“ und „Normalgewichtigen“ gab es keinen Unterschied. Das liegt vermutlich daran, dass immer mehr Menschen übergewichtig sind und es daher in der Gesellschaft akzeptiert ist. Die Zahl der betroffenen adipösen Frauen war mit knapp 21 Prozent deutlich höher als bei Männern mit rund 8 Prozent. Ältere berichteten seltener von sozialen Benachteiligungen aufgrund ihres Körpergewichts als Jüngere im Alter von 21 bis 40 Jahren. Untergewicht führte bei knapp 20 Prozent der Probanden laut eigenen Angaben zu Ausgrenzungen.

Die Diskriminierung von Menschen mit starkem Übergewicht kann deren Wohlbefinden stark beeinträchtigen, als Stressfaktor wirken und in einem Teufelskreis die Gewichtszunahme fördern. Das Phänomen soll weiter untersucht werden. Ziel ist ein besseres Verständnis und die Entwicklung von Gegenmaßnahmen. Auch über gesetzliche Regelungen gegen die Diskriminierung adipöser Menschen muss nach Meinung der Autoren nachgedacht werden.

Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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