Skyfarming: Gemüseanbau im Hochhaus

Im Rahmen der 25. Hülsenberger Gespräche in Lübeck stellte Professor Dr. Joachim Sauerborn von der Universität Hohenheim eine äußerst interessante Innovation im Pflanzenbau vor. „Skyfarming“ ist eine Technologie, bei der Nutzpflanzen wie Reis oder Salat künftig in Hochhäusern wachsen und gedeihen sollen. Der Hintergrund dieser Überlegung ist die Sorge, dass der zunehmende Bedarf an Biomasse von den bestehenden landwirtschaftlichen Nutzflächen kaum erzeugt werden kann. Alternativ hierzu böte sich die weitere Ausdehnung der Nutzflächen an, doch ist dieser Ansatz zum Beispiel aufgrund der zu erwartenden Konsequenzen auf das globale Klima keine echte Alternative. Bereits heute bestehen 60 Prozent der biologisch aktiven Festlandsfläche aus Ökosystemen, die menschlich dominiert sind.

Go green hands city skyline backgroundDurch den Umzug der pflanzlichen Produktion von der horizontalen Fläche in vertikal ausgerichtete Produktionssysteme soll der Bedarf an Nutzfläche reduziert werden. „Wir Menschen wohnen und arbeiten in Hochhäusern überwiegend aus der Überlegung heraus, dass Fläche knapp und teuer ist“, erläutert Sauerborn die zunächst skurril anmutende Überlegung. Der Pflanzenbau im Hochhaus verfüge zudem über einige weitere Vorteile. So kann die Pflanzenproduktion in weitgehend unabhängig von Einflüssen der Umwelt und des Klimas erfolgen. Geschützt vor Wetterextremen und Schädlingen kann die Nutzpflanze unter optimalen Produktionsbedingungen über das ganze Jahr hinweg produziert werden.

Diese Art des Pflanzenbaus dürfte schon allein durch den Bau entsprechender Häuser mit hohen Fixkosten belastet sein. Zudem ist mit hohen Energiekosten zu rechnen. Sauerborn entwarnt aber: „Der Ansatz verfolgt eine Effizienzstrategie, das heißt der Ressourcenverbrauch pro produzierter Einheit wird deutlich reduziert.“ So könnte die Versorgung mit Licht durch ein spezielles Beleuchtungsmanagement so weit effizienter gestaltet werden, dass der Lichteinfall exakt auf die Bedürfnisse der Pflanze abgestimmt wird und keine Überversorgung stattfindet. Zudem verweist der Wissenschaftler auf verringerte Transportkosten. Es werde in den ständig wachsenden Metropolen zunehmend teuer, Nahrungsmittel in die Zentren zu transportieren. „Skyfarming“ in speziell errichteten Gebäuden innerhalb der Metropolen könnte sich auf diese Weise rechnen, vielleicht ja zunächst in Katar oder Kuwait.

Quelle: Dr. Uwe Scheper, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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