Nachwachsende Ressourcen nicht unbegrenzt verfügbar

Auch erneuerbare Rohstoffe lassen sich nicht unbegrenzt nutzen. Das haben deutsche und amerikanische Wissenschaftler unter Federführung des Helmholtz-Forschungszentrums für Umweltforschung in Leipzig (UFZ) kürzlich belegt. Sie untersuchten die Zuwachsraten der Fördermenge bzw. Erträge von 27 globalen erneuerbaren und nicht erneuerbaren Ressourcen, die für die Versorgung der Menschheit unverzichtbar sind, wie u. a. fossile Energieträger, Ackerland, aber auch erneuerbare Energien, die Erträge einiger Grundnahrungsmittel, den Fischfang oder die Fleischproduktion.

The Tractor - modern farm equipment in fieldDabei zeigten nicht nur die nicht erneuerbaren, sondern auch die meisten nachwachsenden Ressourcen ein sogenanntes Peak-Verhalten. Der Peak ist der Zeitpunkt, an dem die jährliche Förder- oder Ertragsmenge nach Erschließung einer Ressource am schnellsten wächst. Nach dem Peak steigen die Fördermengen oder Erträge nur noch langsam, stagnieren oder gehen sogar zurück. Das passiert zum Beispiel wenn bei Verknappung, wie etwa bei fossilen Brennstoffen, die Preise steigen und die Nachfrage abnimmt – oder auch, wenn sich landwirtschaftliche Erträge nicht unbegrenzt steigern lassen.

Erstaunlicherweise haben die meisten nachwachsenden und einige sonstige Ressourcen ihren Peak bereits hinter sich. Allerdings erreichten ihn 80 Prozent davon erst zwischen 1988 und 2008. Eine mögliche Ursache ist, dass alle Ressourcen von denselben Faktoren mitbestimmt werden. So benötigt die stetig wachsende Weltbevölkerung mehr Nahrungsmittel und Energie. Und Ackerland zum Beispiel ist nicht unbegrenzt verfügbar und wird zunehmend durch Wohnbebauung verdrängt.

Ähnliches gilt für Wasser (zur Bewässerung) und Düngemittel. Auch die Ertragssteigerung durch neue Anbaumethoden oder Sorten hilft nur begrenzt. Zudem beeinflussen die Ressourcen sich gegenseitig: Um eine stärker auszubeuten, muss man unter Umständen auf andere zurückgreifen. Einige konkurrieren auch miteinander, etwa um Land, Wasser und Energie.

Vermutlich muss sich die Menschheit also von der Vorstellung verabschieden, dass nachwachsende Ressourcen unbegrenzt ihre Bedürfnisse decken können. Tatsächlich deutet die vorliegende Studie eher darauf hin, dass es zeitgleich bei mehreren lebenswichtigen Gütern zu einem Engpass kommen könnte. Für die Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Nutzung der verbliebenen globalen Ressourcen bedeutet das eine neue, nicht unerhebliche Herausforderung.

Quelle: Dr. Margit Ritzka, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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