Mit alten Obstsorten gegen Lebensmittelverschwendung

Äpfel, Birnen, Pflaumen, Kirschen, Nüsse und Quitten: Auf Wiesen und an Straßenrändern wächst seit Jahrhunderten Streuobst an vereinzelt stehenden Bäumen und Sträuchern. Hier findest du besondere Früchte, die du im Supermarkt nicht bekommst. Sie tragen Namen wie Gellerts Butterbirne oder Roter Eiserapfel und haben ihr ganz eigenes Aroma. Über 3.000 regionale Streuobstsorten gibt es heute noch in Deutschland. Auch in deiner Heimatregion findest du seltene Früchte, die nur hier wachsen. Doch die Fruchtvielfalt ist bedroht. Setz dich dafür ein, dass unser Obst-Erbe nicht verschwindet. Denn nicht zuletzt bieten Streuobstwiesen und Obstbaumalleen vielen Tieren und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum.

Red appleDie Ernte und Pflege der vereinzelt stehenden Bäume mit ihren hoch wachsenden Früchten ist zeitaufwändig und teuer. Wenn sich niemand um die Pflanzen kümmert, können sie auch unter der Last ihrer Früchte zusammenbrechen. Das rare Streuobst vergammelt auf Wiesen – oder es verdirbt zuhause, weil es zwar mitgenommen, aber falsch gelagert wird. Früchte aus konventionellem Anbau ereilt das gleiche Schicksal. Es sind gerade die frischen, für eine gesunde Ernährung wichtigen Produkte, die wir am häufigsten wegwerfen: Obst und Gemüse machen mit 44 Prozent fast die Hälfte unseres Lebensmittelabfalls aus. Mit unseren Tipps zu Einkauf, Lagerung, Haltbarkeit und Verwertung kannst du das wertvolle Obst retten.

Du kannst zum Beispiel Streuobst selbst pflücken. Damit es später keinen Ärger gibt, musst du vor dem Ernten eine Erlaubnis vom Eigentümer einholen. Oder du kaufst die seltenen Früchte. Wenn du beim Einkauf darauf achtest, dass es sich um regionales Obst von Streuobstwiesen handelt, kannst du einen Beitrag zur Erhaltung der wertvollen Wiesen und Obstsorten leisten.

KirschenMit der Wahl von Früchten aus dem Umland rettest du kostbare Lebensmittel vor dem Verderb – auch wenn sie in klassischen Obstplantagen angebaut wurden. Denn je mehr  Groß‐ und Zwischenhändler in die Handelskette involviert sind, desto größer die Gefahr, dass Früchte beim Umladen verletzt werden und im Müll landen.

Die wichtigsten Lagertipps für heimisches Obst: Hat es angeschlagene Stellen oder Risse, sollest du es nicht aufbewahren, sondern sofort verwenden. Es kann sonst schnell faulen. Äpfel, Birnen und Pflaumen lagert man am besten separat und kühl. Sie senden ein Reifegas aus, das andere Obst- und Gemüsesorten schneller altern lässt.  Äpfel schützt ein fest verschlossener Folienbeutel aus Polyethylen (PET) vor dem Austrocknen. So entsteht eine sauerstoffarme Atmosphäre und sie halten länger. Ab und zu solltest du die Tüte mit Nadelstichen entlüften.

Tiny fruit fly (Drosophila Melanogaster) sitting on an appleFruchtfliegen legen ihre Eier auf das Obst und übertragen Hefe- sowie Fäulnisbakterien, die deine Früchte schnell verderben lassen. Halte sie mit dem Duft von Basilikum und Sandelholz fern. Schwirren sie schon durch deine Küche, hilft eine Falle: Stell‘ ein Glas mit Essig, Wasser und einem Tropfen Spülmittel auf.

Ist dir ein Apfel zu sauer, wirf ihn nicht gleich weg! Er reift beim Lagern nach und wird süßer. Anders Kirschen und Zwetschgen, sie reifen nicht weiter. Achte also beim Kauf auf die richtige Reife.  Hast du leicht säuerliche Früchte erwischt, kannst du sie mit etwas Butter, Zimt und Honig zu einem süßen Snack dünsten – oder Kompott und Gelee daraus kochen. So können übrigens auch schrumpelige Früchte verarbeitet werden.

Überschüssiges Obst kannst du für Kuchen, Liköre oder Säfte verwenden. Hast du größere Fruchtmengen geerntet, pressen sie Lohnmostereien gegen ein Entgelt zu Saft.  Du kannst deine Früchte auch trocknen, einfrieren, daraus Kompott, Chutney oder Marmelade kochen.

Quelle: Zu gut für die Tonne!

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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