Kennzeichnung für nachhaltige Fisch-Produktion

Viele Millionen Tonnen Fische und Meerestiere landen jedes Jahr als Abfall wieder im Meer. Der intensive Fang bestimmter Fischarten ist mit großen Mengen von Beifang verbunden: Meerestiere aller Art, die in die Netze geraten, aber nicht verwertet werden.
Medienberichte über die Aktivitäten und Untersuchungen von Natur- und Tierschutzorganisationen haben die Aufmerksamkeit der Verbraucher erregt. Verbraucher achten verstärkt auf die Angaben der Anbieter zu Fischarten, Fangmethoden und Fanggebieten. Verbraucher wünschen eine Kennzeichnung von Fanggebiet und Fangmethode auf Fisch und Fischerzeugnissen. Sie würden bei ihrer Kaufentscheidung gerne Siegel für nachhaltigen Fischfang nutzen, stehen diesen andererseits aber skeptisch gegenüber.

frischeUm den steigenden Bedarf an Fisch zu decken, wird immer mehr Fisch in Aquakultur erzeugt. Aquakultur ist die kontrollierte Aufzucht von Fischen und Meerestieren in angelegten Teichen oder natürlichen Gewässern. Fast die Hälfte des Bedarfes an Süß- und Salzwasserfischen und Meeresfrüchten wird mittlerweile über die Aquakultur gedeckt. Doch auch diese Methode hat ihre Tücken.

Zu den Hauptproblemen der Aquakultur zählen

  • zu hohe Besatzdichte und damit verbundene höhere Anfälligkeiten der Tiere für Krankheiten,
  • die Notwendigkeit, Raubfische wie Lachs mit Fischen zu füttern,
  • die Flucht von Fischen aus den Aquakulturanlagen, die langfristig die Wildpopulation vertreiben,
  • der Antibiotikaeinsatz und
  • die Zerstörung von Mangrovenwäldern in Asien, um die entstandene Fläche für die Garnelenzucht zu nutzen.

MSC-Siegel

IMG_7360(20).jpgMSC ist die Abkürzung für Marine Stewardship Council. Er wurde von der Umweltorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) und dem Lebensmittelkonzern Unilever gegründet. Seit über zehn Jahren ist der MSC eine unabhängige Organisation, die sich vorrangig über die Zuwendungen von Stiftungen, Treuhandgesellschaften und staatlichen Organisationen sowie über Lizenzgebühren für die Logonutzung finanziert. Nach dem MSC-Umweltstandard können sich alle Fischereien, die Wildfisch aus Süß- und Salzwasser sowie Meeresfrüchte fangen, zertifizieren lassen.

Seit Anfang 2009 enthält die EG-Öko-Verordnung auch gesetzliche Vorschriften zur Erzeugung von Aquakulturtieren.

Die Verordnung regelt die

  • Herkunft
  • Haltung, zum Beispiel Besatzdichten und Wasserqualität
  • Fütterung
  • Methoden zur Krankheitsvorsorge und zur tierärztlichen Behandlung von Fisch und Meeresfrüchten aus ökologischer Aquakultur.

Der Einsatz von Hormonen ist bei der Erzeugung von Aquakulturtieren verboten.

Der Bioanbauverband Naturland verfügt über eigene Richtlinien für die ökologische Aquakultur. Diese sind in einigen Bereichen strenger als die Vorschriften der EU-Öko-Verordnung. Zusätzlich hat Naturland Richtlinien für Nachhaltige Fischerei (für Wildfisch aus Binnen- und Meeresfischerei) entwickelt. Auch in den Richtlinien anderer Bioanbauverbände gibt es Regelungen für in Aquakultur erzeugten Fisch.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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