Hersteller nutzen Gesetzeslücken für Frische-Werbung aus

Wer glaubt, „Brötchen – frisch gebacken“ und „Orangensaft – kühlfrisch“ seien gerade erst hergestellt worden oder „Cordon Bleu – Frisch vom Schwein“ sei schlachtfrisch, kann sich gewaltig irren. Das belegt eine Marktstichprobe der Verbraucherzentrale Hessen: Die geprüften, als frisch beworbenen Lebensmittel sind vorgefertigt, hitzebehandelt oder konservierend verpackt.

Die Experten der Verbraucherzentrale prüften in ihrer Marktstichprobe bei 19 als frisch beworbenen Lebensmitteln die Verpackungsangaben zu Herstellung, Haltbarkeit und Erläuterungen zur Frische-Werbung. Fehlten Angaben zum Herstellungsprozess oder blieben sie unklar, hakten die Verbraucherschützer bei den Herstellern nach.

Das Ergebnis: Die als frisch beworbenen Lebensmittel waren

  • in sieben Fällen wärmebehandelt und
  • fünfmal konservierend verpackt.

In zwölf Fällen war kein Unterschied bezüglich Herstellung und Haltbarkeit gegenüber vergleichbaren Lebensmitteln ohne Frische-Werbung erkennbar.

So liegt bei „kühlfrischem“ Orangensaft beispielsweise die Vermutung nahe, dass er unbehandelt und lediglich gekühlt ist. Weit gefehlt: Der Blick ins Kleingedruckte und Nachfragen entlarvten ihn als tiefgekühlt gelagert, pasteurisiert und dadurch länger haltbar gemacht.

Der angeblich frisch geschnittene oder frisch verpackte Schnittkäse und der Wurstaufschnitt mit der Werbung „Qualität frisch vom Stück“ stammen nicht direkt von der Käse- oder Wursttheke. Sie wurden ebenso wie die Ware der Konkurrenz ohne Frische-Werbung unter Schutzatmosphäre verpackt und sind dadurch länger haltbar.

Weil Rechtsvorschriften für Frische-Werbung weitgehend fehlen, gehen Hersteller großzügig und willkürlich damit um.

Deshalb fordert die Verbraucherzentrale:

  • Der Gesetzgeber muss das Qualitätskriterium „frisch“ für Lebensmittel rechtlich allgemeingültig dem Verbraucherverständnis entsprechend definieren.
  • Die Anbieter müssen Herstellungs- und Verarbeitungsverfahren und Herstellungszeitpunkt klar und verständlich auf den Lebensmittelverpackungen erläutern und missverständliche Werbung unterlassen.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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