Hasel- und Walnussprodukte im Test

Ohne Nüsse wäre die Welt der Kuchen und Kekse eindeutig ärmer – keine Nuss­ecken, weniger Aroma in Karottenkuchen, kein Biss im Bananen­brot. Doch die Nüsse, die wir zum Backen und Naschen kaufen, können mit krebs­er­regenden Schimmelpilzgiften und anderen Schad­stoffen belastet sein. Die Stiftung Warentest hat 25 Haselnuss- und Walnuss-Produkte gecheckt und Unterschiede zwischen ganzen und gemahlenen Kernen fest­gestellt (Preise: 0,85 bis 3,30 Euro pro 100 Gramm).

NsseGeknackte Nüsse sind anfäl­lig für Schimmel, wenn sie nach der Ernte nicht genug trocknen, zu feucht oder zu warm lagern. Schimmelpilze können sich dann ausbreiten und giftige Stoff­wechsel­produkte bilden, die Aflatoxine. „Sie weisen ein hohes krebs­er­regendes Potenzial auf“ und „können das Erbgut schädigen“, schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung in einer Stellung­nahme. Belastungen sollten so gering wie möglich sein.

Die Tester fanden in den 25 Produkten mit Hasel- und Walnüssen keine dramatischen Belastungen, aber gute Gründe, die ganzen Kerne zu kaufen. In den Kernen fanden wir nämlich gar keine Schimmelpilzgifte, in einigen Haselnuss­mehlen aber geringe Gehalte. Auch gesund­heits­kritische Mineral­ölbestand­teile können auf Nüsse übergehen – und zwar während der ganzen Produktion: Beim Knacken und Trocknen im Heimatland, beim Trans­port, beim Mahlen und Abpacken in Kunst­stoff­tüten. Weil Nüsse recht trockene Lebens­mittel sind und im gemahlenen Zustand auch noch eine riesige Oberfläche haben, können sie Mineral­ölbestand­teile besonders leicht aufnehmen. Einige gelten als möglicher­weise krebs­er­regend, andere können sich in menschlichen Organen anreichen. Die Tester wiesen in einzelnen Produkten geringe Gehalte an Mineralölbestanteilen nach.

WalnutsIn Deutsch­land wachsen zwar reichlich Nüsse – aber vorrangig in Wäldern, Parks und Gärten. Nuss­anbau in großem Stil existiert hier nicht, so dass fast alle Nüsse im Handel aus dem Ausland stammen. Haupt­lieferant für Walnüsse ist Kalifornien. Die mit Abstand meisten Haselnüsse auf dem Welt­markt und auch im Test stammen aus der Türkei. Dort stehen die Arbeits­bedingungen der Erntehelfer seit einigen Jahren in der Kritik.

Die Fair Labor Association schreibt in ihrem aktuellen Bericht, dass bei der Ernte nach wie vor Kinder­arbeit, schlechte Bezahlung und lange Arbeits­tage zu registrieren sind. Große Unternehmen unterstützen diese und andere Organisationen und engagieren sich so für bessere Bedingungen bei der Haselnussernte. Einige Handels­unternehmen haben zusammen mit der Organisation Utz ein Zertifizierungsprogramm für mehr Nachhaltigkeit im Haselnussanbau entwickelt. Doch das Angebot zertifizierter Nüsse ist noch klein. Daher gibt es bislang nur einzelne Haselnuss­produkte, die das Utz-Siegel tragen. In unserem Test war kein entsprechendes Produkt dabei.

Quelle: Stiftung Warentest

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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