Geschirrspülmittel im Test

Das Test­ergebnis ist eine kleine Sensation. Einige Multitabs, die ohne gewässerbelastende Phosphate auskommen, reinigen Geschirr nicht nur umwelt­schonender – sie bringen auch bessere Leistungen als viele phosphathaltige Mittel. Im Test: Elf Tabs, vier davon phosphatfrei, sowie drei mit wasser­löslicher Folie umhüllte Gele. Alle Mittel enthalten Klarspüler und Salz­ersatz zum Enthärten des Wassers. Sechs Multitabs schneiden gut ab. Die Reinigungs­kraft der drei Gelkissen enttäuschte.

dishwasher soapPhosphatfrei sind sechs geprüfte Mittel, darunter Tabs und Gelkissen. Gleich drei dieser Tabs landen in der Spitzengruppe. Einer erringt wegen seiner ausgewogenen Leistung sogar den Testsieg – zusammen mit einem Tab, der weiterhin mit Phosphaten enthärtet. Die beiden Testsieger sind aber mit mehr als 20 Cent pro Spülgang recht teuer. Der mit 10 Cent pro Spülgang güns­tigste gute Multitab ohne Phosphate kommt von einer Drogeriemarkt­kette.

Voraus­sicht­lich ab Januar 2017 wird eine EU-Verordnung die Verwendung von Phosphor in Maschinen­geschirr­spül­mitteln strikt beschränken. Aus Wasch­mitteln sind Phosphate längst verschwunden. Das Problem: Phosphate sind Nähr­stoffe. Gelangen sie mit dem Abwasser in Seen und Flüsse, fördern sie massenhaftes Algen­wachs­tum. Sterben die Algen ab, sinken sie zu Boden − zur Freude von Bakterien, die sie zersetzen. Das kann zu Sauer­stoff­mangel, Fäulnis und Fisch­sterben führen. Groß­klär­anlagen fällen den über­wiegenden Teil der Phosphate aus dem Abwasser aus. Unter­suchungen zeigen aber: Kleinere Anlagen im ländlichen Bereich haben oft einen deutlich schlechteren Wirkungs­grad. Hinzu kommen noch Phosphate aus Land­wirt­schaft und andere Quellen.

dishwasherIn Multitabs ließen sich Phosphate nur schwer ersetzen. Die Ersatz­stoffe führten oft zu unerwünschten Neben­effekten: zu Kalkbelägen auf Tellern, Gläsern und Besteck beispiels­weise. Phosphate enthärten sehr wirkungs­voll Wasser, indem sie die für die Kalkbeläge verantwort­lichen Kalzium- und Magnesiumionen binden. Zudem verbessern sie die Wasch­leistung. Ersatz­stoffe wie umwelt­schonende Zitronensäure konnten da nicht mithalten. Einige Unternehmen setzen in Multitabs auf Methylglycindiessigsäure (MGDA), auch der phosphatfreie Testsieger. Es verhindert wirk­sam Kalkbeläge und ist zudem leicht biologisch abbaubar.

Die drei Gelkissen im Test reinigen nur ausreichend. Tee-Ränder zum Beispiel bleiben nach dem Spülen nahezu unver­ändert in den Tassen zurück. Grund: Bleich­mittel lassen sich nicht in den flüssigen Reinigern einbinden. Hinzu kommt: Nach 300 Spülgängen im Dauer­test lassen zwei der drei Gelkissen das Edelstahl­besteck blau-violett schil­lern.

Dass Verbraucher immer noch böse Über­raschungen erleben können, zeigt das Beispiel Domol Ökologisch: Die Tabs der Drogeriekette Ross­mann scheitern im Dauer­test und sind daher mangelhaft. Der Dauer­test klärt, wie schonend die Mittel Besteck, Geschirr und Gläser sauber spülen. Beim Ross­mann-Produkt glänzt das Edelstahl-Besteck bereits nach einem Drittel der Prüf­zeit golden. Mit haus­halts­üblichen Mitteln lässt sich die Färbung nicht mehr entfernen. Noch schlimmer: Nach nur 100 von 300 Spülgängen klebt braunes, feinsandiges Pulver im Innenraum des Geschirr­spülers. Es haftet an seinen Geschirr­körben und am Ablaufsieb. Um die Maschine nicht zu gefährden, muss der Test abge­brochen werden.

Quelle: Stiftung Warentest

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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