Füllmengen: Wenn das Eichamt dreimal klingelt!

Viele Beschwerden bei Verbraucherzentralen und -organisationen betreffen die Füllmengen: In der Verpackung steckt deutlich weniger als drauf steht. Das müsste nicht sein. Längst könnten verpackte Lebensmittel exakt so viel enthalten, wie angegeben ist – doch moderne Verfahren, die eine genaue Abfüllung ermöglichen, werden von Herstellern noch nicht durchgängig angewendet. Verbraucher wollen das nicht hinnehmen. Sie gehen davon aus, dass sie den Preis für die angegebene Füllmenge zahlen.

100 Olivenöle wurden überprüft

In einer gemeinsamen Überprüfung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen mit dem Eichamt Köln wurden jeweils fünf Eigenmarken von Raps- und Olivenölen untersucht. Sie stammten aus einer Supermarktkette und von vier Discountern und wurden NRW-weit in 40 Geschäften gekauft: insgesamt hundert Proben (50 Flaschen Oliven- und 50 Flaschen Rapsöl) mit 500 oder 750 Millilitern.

In knapp einem Drittel (28 von 100) der Flaschen war unterm Strich ein Prozent weniger Füllmenge enthalten als auf dem jeweiligen Etikett angegeben. Die höchste Abweichung betrug 26,28 Milliliter – 5,3 Prozent weniger in der dazugehörigen 500-Milliliter-Flasche. Im Gegenzug stellten die Tester bei den restlichen Flaschen auch eine Überfüllung fest – von durchschnittlich 0,57 Prozent.

Abgefüllt wird nach dem Mittelwert-Prinzip

Die handelsüblichen Abweichungen bei abgepackten Lebensmitteln nach unten und oben sind nach den Vorgaben der Fertigverpackungsverordnung durchaus zulässig. Die Bewertung der Abfüllung orientiert sich hierbei am so genannten Mittelwertprinzip: Danach dürfen einzelne Packungen oder Behälter einer Produktcharge bis zu einer festgeschriebenen Toleranzgrenze weniger Inhalt enthalten, wenn die Menge bei anderen Packungen durch eine leichte Überfüllung wieder ausgeglichen wird. Allerdings darf der Mittelwert die angegebene Füllmenge nicht unterschreiten. Bei der Speiseöl-Untersuchung in NRW wurden vom Eichamt zehn Mittelwerte errechnet. Von diesen wurden zwei unterschritten.

Mindestmengen-Prinzip gefordert

Aus Sicht der Verbraucherzentralen sollte es bei der Abfüllung von Lebensmitteln gerecht und transparent zugehen. Sie plädieren beim Abfüllen und Abwiegen seit langem für die Abschaffung des unzeitgemäßen Mittelwert, zugunsten des praxistauglicheren Mindestmengenprinzips. Wenn jedes abgepackte Lebensmittelprodukt mindestens das enthält, was auf der Verpackung an Gewicht in Gramm oder Millilitern angegeben ist, wäre ein Hauptärgernis für die Käufer aus der Welt geräumt.

Die Eichbehörden könnten zudem wesentlich schneller und problemloser ihre Kontrollen durchführen. Der derzeit erforderliche hohe technische Aufwand sowie das Problem der Stichprobenziehung entfielen. In Beanstandungsfällen wären somit klare Kriterien vorhanden.

Wie ist Eure Meinung zu dem Thema? Habt ihr auch schon schlechte Erfahrungen mit zu geringen Inhalten gemacht? Oder ärgert Euch etwas anderes in Bezug auf Lebensmittel? Teilt es mir mit!

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

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Eine Antwort auf Füllmengen: Wenn das Eichamt dreimal klingelt!

  1. Ludwig Bechtloff sagt:

    Hallo,
    ich kaufe zweimal wöchentlich 200 g Norwegischen Räucherlachs der Firma OceanSea bei Lidl. Die letzten 5 gewogenen Füllmengen waren:
    198 g
    192 g
    194 g
    188 g
    198 g
    Ist das in Ordnung?
    Danke. Ludwig Bechtloff

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