Frisch oder aufgetaut? Fleischkauf an der Bedientheke wird zum Glücksspiel

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass es sich bei Fleisch und Fisch an der Bedientheke um Ware handelt, die frisch ist und nicht zuvor gefroren und dann wieder aufgetaut wurde. Dies ist jedoch häufig ein Irrtum. Die geltenden Vorschriften bieten Verbrauchern keine klare Orientierung. Bei Fleisch ist nicht durchgängig, bei Fisch fast gar nicht erkennbar, ob es sich um aufgetaute Ware handelt. Am verbraucherfreundlichsten sind die Regelungen bei Geflügelfleisch.

Fleisch

Fleisch, Hackfleisch und Fleischzubereitungen, die nach der Herstellung gefroren oder tiefgefroren worden sind, dürfen in aufgetautem oder teilweise aufgetautem Zustand an der Bedienungstheke verkauft werden. Dann muss aber die gut sichtbare und eindeutige Angabe „aufgetaut“ darauf hinweisen. Fleisch, das vor der Herstellung, also beispielsweise vor der Zerkleinerung oder dem Marinieren gefroren war und aufgetaut im Handel angeboten wird, muss keinen Hinweis tragen. Verbraucher erfahren also nichts darüber, wenn Hackfleisch, Gulasch oder marinierte Steaks von gefrorenem Fleisch stammt.

Fisch

PangasiusBestimmte Fischereierzeugnisse müssen zum Schutz vor Parasiten über einen Zeitraum von mindestens 24 Stunden bei einer Temperatur von -20 °C oder darunter eingefroren werden. Dazu zählen Fischereierzeugnisse, die roh oder fast roh verzehrt werden, zum Beispiel Fisch für Sushi, und Erzeugnisse aus bestimmten Fischarten, die kalt geräuchert werden und die Kerntemperatur während des Räucherns nicht mehr als 60 °C beträgt. Das ist beispielsweise bei geräuchertem atlantischem und pazifischem Lachs der Fall. In diesen Fällen ist kein Hinweis auf die erfolgte Gefrierbehandlung vorgeschrieben.

Bei anderen Fischen, die tiefgefroren transportiert und/oder gelagert und vor dem Verkauf wieder aufgetaut werden, ist der Hinweis „aufgetaut“ verpflichtend. Das gilt auch für aufgetaute Fischfilets.

Nicht vorgeschrieben ist die Angabe „aufgetaut“ bei Fischerzeugnissen, die aufgetaut und anschließend geräuchert, gesalzen, gegart, mariniert oder getrocknet wurden. Das kurzfristige Frosten von Räucherfisch beim Aufschneiden muss ebenfalls nicht gekennzeichnet werden: Als „gefroren“ gilt die Ware nur, wenn sie auf minus 18 °C gekühlt wurde.

Geflügel

PutenschnitzelFür frisches Geflügelfleisch gelten strengere Regelungen als für andere Fleischarten: „Frisches Geflügelfleisch“ darf zu keinem Zeitpunkt gefroren gewesen sein. Dies gilt auch für „Zubereitungen aus frischem Geflügelfleisch“ wie Putensteaks oder Geflügelspieße. Einmal gefrorenes Geflügelfleisch darf nach dem Auftauen nicht zur Herstellung von frischem Geflügelfleisch verwendet werden. Tiefgefrorenes Geflügelfleisch darf somit nur noch tiefgefroren, in tiefgefrorenen Zubereitungen oder in Fleischerzeugnissen verwendet werden.

Bei Geflügelfleischzubereitungen, die bereits gegart wurden, zum Beispiel für Fertiggerichte oder Geflügelsalate, sieht es wieder anders aus. Es muss auch keinen Hinweis tragen, dass zuvor gefrorenes Geflügelfleisch verwendet wurde.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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