Fleischersatzprodukte – eine gute Alternative?

Von wegen Schweine­fleisch! Wurst und Schnitzel bestehen heute auch aus Soja und Weizengluten, Aufschnitt aus Eiklar und Rapsöl. Solche so genannten Fleisch­ersatz­produkte erzielen jedes Jahr höhere Umsätze.

TofuWenig oder gar kein Fleisch auf dem Teller, bitte – so halten es inzwischen viele Deutsche. Der Verzicht auf tierische Lebens­mittel ist, glaubt man den einschlägigen Markt­forschungs­instituten, mehr als ein kurz­lebiger Trend. Er ist Zeichen für einen gesell­schaftlichen Wandel. Strenge Vegetarier oder Veganer werden die meisten Verbraucher aber nicht. Sie werden vielmehr zu „Flexitariern“. Gemeint ist: Sie verzichten gelegentlich auf Fleisch, aber nicht konsequent. Gut jeder zweite Deutsche sei bereits Flexitarier, ergab eine Forsa-Umfrage. Gerade Ersatz­produkte – etwa Bouletten aus Soja und Weizengluten – machen es Einsteigern leicht. Sie sehen fast so aus wie normale Fleisch­produkte, kommen aber ohne Fleisch aus.

Das Geschäft mit vegetarischen Lebens­mitteln läuft rund. Zwischen 2012 und 2015 hat sich der Umsatz verdoppelt, so die Zahlen des Markt­forschungs­unter­nehmens GfK. Früher wurden Veggie-Konsumenten haupt­sächlich im Reform­haus oder Biomarkt fündig. Inzwischen sind viele Handels­ketten und Discounter in das Segment einge­stiegen und bieten vergleichs­weise günstig Schnitzel und Geschnet­zeltes ohne Fleisch­zutaten an. Kurioser­weise sind es die klassischen Fleisch­produzenten und Wurs­ther­steller, die das Geschäft mit den Fleisch­ersatz­produkten antreiben: darunter Gutfried, Meica, Wiesenhof – und besonders erfolg­reich Rügen­walder Mühle.

TierschutzSind Massentierhaltung und alle damit verbundenen Probleme bald Geschichte? Kritiker der neuen Veggie-Welle bezweifeln das und begründen das unter anderem damit, dass die deutschen Fleisch­konzerne ihre Produktion immer weiter steigern und zunehmend exportieren. Außerdem würden viele Fleisch­ersatz­produkte Zutaten wie Hühner­eiweiß enthalten. Die großen Mengen Ei, die dafür gebraucht werden, würden häufig von Hühnern aus Bodenhaltung kommen. Anders als bei Hühnern aus Frei­land­haltung ist für diese kein Auslauf an der frischen Luft vorgeschrieben. Vegetarisches Schnitzel – das heißt also noch lange nicht: aus Tier­schutz­sicht einwand­frei.

Quelle: Stiftung Warentest

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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