Einkauf in Deutschland: So ticken Ost und West

Die Einheit braucht Zeit. Auch 25 Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch Unterschiede im Einkauf und Konsum der Menschen in Ost und West – vor allem bei der älteren Generation. Das haben Untersuchungen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) gezeigt, die im aktuellen Consumer Index vorgestellt werden.

Woman shopping at the supermarketÜber zweihundertmal im Jahr kaufen die Deutschen im Durchschnitt Produkte des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Körperpflegeprodukte und Waschmittel ein. Westhaushalte geben im Jahresdurchschnitt einige hunderte Euro mehr aus als Osthaushalte. Das hat vielfältige Gründe wie höhere Einkommen und höhere Preise. Zudem kaufen die Ostdeutschen seltener im Fachhandel sowie im Super- und Verbrauchermarkt ein. Sie bevorzugen in erster Linie SB-Warenhäuser, in denen sie preisgünstig auch ein breites Angebot an regionalen (Ost-)marken finden.

Seit der Wiedervereinigung hat sich das Einkaufsverhalten in Ost und West zwar angenähert, aber dennoch haben sich die Verbraucher aus dem Osten einige Konsumgewohnheiten bewahrt, die sie vom Westen unterscheiden. So essen sie besonders gerne Margarine. Der Mehrverbrauch ist in den vergangenen zehn Jahren aber von 85 Prozent auf 51 Prozent zurückgegangen. Auch im Butterverzehr liegt Ost vor West (plus 29 %), dafür wird weniger Speiseöl gekauft (minus 27 %). Es liegt nahe, dass die Margarine auch zum Kochen und Braten genutzt wird. Bei Senf (64 auf 37 %), Ketchup (62 auf 27 %) und Gurkenkonserven (51 auf 17 %) ist der Mehrverbrauch seit 1995 ebenfalls zurückgegangen. Auch heute noch essen die Ostdeutschen im Vergleich zum Westen mehr Kartoffeln (plus 14 Prozent), aber deutlich weniger Eier (minus 43 %) und Teigwaren (minus 30 %).

Im Osten werden dafür mehr Bier und Spirituosen eingekauft: Der Marktanteil an den alkoholischen Getränken liegt bei 62 Prozent, während Wein und Sekt weniger beliebt sind (30 %). In Westdeutschland sind die Marktanteile nahezu ausgeglichen. Bei jüngeren Menschen bis 45 Jahre sind die Ost-West-Unterschiede im Alkoholkonsum deutlich geringer. Offenbar scheinen für die junge Generation, die mit dem Westangebot aufgewachsen sind, Ost-Traditionen eine geringere Bedeutung zu haben.

Quelle: Heike Kreutz, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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