Ein längeres Leben für Legehennen

Legehennen werden in der Regel nur zwölf Monate alt – und das rein aus wirtschaftlichen Gründen. Danach sinkt ihre Legeleistung stark ab und der Anteil von Knick- und Schmutzeiern nimmt zu. Legehennen können von Natur aus aber bis zu acht Jahre alt werden. Grund genug für sechs landwirtschaftliche Öko-Betriebe in Schleswig-Holstein, sich am Projekt „Seniorlegehennen“ zu beteiligen, das auf die Verlängerung der Haltungsdauer abzielt. Das Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft gefördert und die Betriebe vom Ökoring Schleswig-Holstein betreut.

Chicken. One chicken.Eine längere Nutzungsdauer ließe sich durch eine Legepause (Mauser) erreichen. Erfahrungen dazu liegen bisher nicht vor. Erforderlich sind auf jeden Fall ein umfassendes Tiermanagement mit optimaler Fütterung, Rationszusammensetzung und Haltung. Dazu kommt, dass der betriebliche Ablauf mit Ein- und Ausstallen der Herden neu organisiert werden muss.

Im Projekt sind zunächst Schlüsselparameter für die Beurteilung der Tiere erarbeitet worden. Die beteiligten Betriebe nutzen einheitliche Tierwaagen, um vergleichbare Daten zu erfassen. Alle im Stall erfassten Daten, wie Legeleistung und Tiergewichte werden per Tablet-PC an die Beraterin des Ökorings übertragen. In bestimmten Lebensabschnitten werden Gefiederzustand und Verletzungen bonitiert und auch das Impfprogramm wird durch eine Tierarztpraxis untersucht.

Erste Erfahrungen zeigen, dass eine enge Begleitung der Betriebe notwendig ist und auch der Umgang mit den automatischen Tierwaagen nicht ganz einfach ist. Bisher sieht es so aus, dass zwei Betriebe im zweiten Projektjahr versuchen werden, eine Legepause einzuhalten. Die Projektleiterin ist mit den bisherigen Ergebnissen zufrieden und zuversichtlich, dass es mit einer verlängerten Haltungsdauer klappt. Nach Projektende in 2018 wird auf jeden Fall ein Leitfaden für die Praxis vorgelegt.

Quelle: Renate Kessen, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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