Dörrgeräte im Test

Seit Jahr­hunderten werden Lebens­mittel durch Wasser­entzug konserviert. Vitamine und Mineralstoffe bleiben dabei erhalten. Was früher Sonne und Wind erledigten, über­nehmen heute Dörr­geräte. Sie arbeiten mit warmer Luft, was seine Zeit braucht. Bei wasser­reichem Obst wie Kirschen und Pflaumen laufen die Auto­maten locker 10 bis 15 Stunden. Sie trocknen Pilze für Soßen, Beeren fürs Müsli, Apfelringe zum Knabbern – und sogar Fleisch. Die tsche­chischen Test-Kollegen haben Dörr­geräte geprüft.

Dörrobstautomat; Domo DO325VD; test 10/16, iK H+GDie tsche­chische Schwesterzeit­schrift DTest hat 14 Modelle getestet. Von den drei besten Geräten sind auch hier­zulande zwei erhältlich: Domo DO325VD für etwa 49 Euro und Sencor SFD 135E für etwa 44 Euro.

Geschmack­sintensität. Das wichtigste Qualitäts­kriterium beim Dörren ist die Intensität des Geschmacks, die in den getrock­neten Lebens­mitteln nach dem Trocknen noch übrig bleibt. Die war unabhängig von den Modellen bei Äpfeln generell am besten.

Einheitliches Trocknen. Es wurde auch gemessen, ob die Lebens­mittel gleich­mäßig getrocknet wurden. Gemessen am Aussehen der Dörr­resultate schwächelten auch die mit gut bewerteten Geräte. So ist es Domo nach Meinung der Labor­experten nicht gelungen, Trauben einheitlich zu trocknen: Einige Rosinen einer Charge waren zu trocken, andere dagegen noch nicht fertiggetrocknet. Auch geschmack­lich konnten sie nicht mit den Rosinen einiger anderer Modelle mithalten.

Trock­nungs­leistung. Wichtig ist auch die Trock­nungs­leistung der Dörr­geräte. Zu den guten Geräten in dieser Kategorie gehört auch der Testsieger Domo. Selbst die in der Sensorik am besten bewerteten Modelle bekamen nur ein Gut für das Trocknen insgesamt, da sie dafür sehr lange brauchen. Am zeitsparendsten werden mit den Testmodellen Beeren und Pilze getrocknet. Äpfel dauern modell­abhängig 6 bis 15 Stunden, Fleisch bis zu 19 Stunden. Trauben sind mit über 10 bis 37 Stunden Trock­nung am zeit­intensivsten.

Energieverbrauch. Sencor und Domo lagen mit ihrem Energieverbrauch für die Herstellung von Rosinen unter dem Durch­schnitt von ca. 6 kWh. Beim Gerät Domo kosten zehn Stunden Trocknen gut 1 Euro. Das Sencor-Modell ist etwas stromsparender.

Reinigung. Da die Geräte bei jedem Gebrauch mit Lebens­mitteln in Kontakt kommen, war das wichtigste Kriterium bei der Hand­habung die Reinigung. Plus­punkte bekommen die Geräte, die sich schnell und einfach reinigen lassen, in deren Fugen keine Speisereste und auf deren Oberfläche keine Finger­abdrücke zurück­bleiben. Die beiden hier­zulande erhältlichen Geräte sind mit einem befriedigend getestet worden. Alle anderen Test­produkte bekamen in diesem Prüf­punkt bestenfalls ein Befriedigend.

Nutzerfreundlich­keit. DTest bewertete auch Aspekte der Nutzerfreundlich­keit – zum Beispiel die verständliche und klare Glie­derung der Anleitung, der leichte Zusammenbau und das Befüllen. Ansonsten sind die Geräte in der Bedienung einfach und intuitiv. Auch in den Sicher­heits­prüfungen blieben alle Geräte inner­halb der Normen.

Sencor wie auch Domo laufen geräusch­arm. Domo trumpfte dabei mit leicht nied­rigeren Mess­werten auf. Zudem ist Domo mit seinen knapp 2 Kilo auch einer der leichteren Testmodelle. Dabei ist er eigentlich ein wahrer Trockenturm: Es bietet Dörr­möglich­keiten auf fünf Etagen und ist somit ideal für echte Dörr-Lieb­haber. Außerdem verspricht sein Hersteller, dass man darin auch Dörr­fisch, Teigwaren bzw. Brot-Croutons zubereiten können soll. Unser Fazit lautet also: Der Testsieger Domo DO325VD trocknet effizient, geräusch­arm und lässt sich zudem recht einfach reinigen. Lediglich in der Gleich­mäßig­keit der Trockener­gebnisse fehlt es ihm noch an Perfektion. Auch das dritt­platzierte Modell Sencor SFD 135E eignet sich gut zum Dörren.

Tipp: Wenn sie gern und häufig Lebens­mittel trocknen, dürften Sie die Anschaffung eines Dörr­gerätes nicht bereuen, zumal es kein großes Loch in die Haus­halts­kasse reißt. Dörr­geräte eignen sich etwa besonders für Pilz­sammler und alle, die gesunde Snacks selber machen wollen. Bei einmaligem Dörren im Jahr lohnt solch ein Gerät jedoch nicht.

Quelle: Stiftung Warentest

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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