Bodenschwund: Lebensgrundlagen gehen verloren

Astronauten, die vor dreißig Jahren die Erde aus dem Weltall gesehen haben, konnten noch 33 Prozent mehr intaktes Grasland, 25 Prozent mehr unzerstörtes Ackerland und 23 Prozent mehr intakten Wald erkennen als heute – so viel ist nämlich in den vergangenen drei Dekaden durch Bodendegradierung beeinträchtigt worden. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Studie, die von einem Wissenschaftlerteam in zwölf Regionen und Ländern durchgeführt wurde. Das berichtet die Universität Bonn. Betroffen seien weltweit 3,2 Milliarden Menschen und die jährlichen Kosten betrügen 300 Milliarden Euro. Der Schwund der Lebensgrundlagen löse zudem Auswanderbewegungen aus.

Das Fazit der globalen Erhebung ist: Jeder Dollar der jetzt investiert werde, um diese Entwicklung aufzuhalten, spare fünf Dollar in der Zukunft. Investitionen in Boden und Land seien ausschlaggebend für die Nahrungsmittelversorgung, das Klima und die Sicherung der menschlichen Lebensgrundlagen. Besonders betroffen seien Entwicklungsländer, vor allem südlich der Sahara. Hier fehle es häufig an funktionierenden landwirtschaftlichen Beratungssystemen, beispielsweise über integriertes Bodenfruchtbarkeits-Management.

Doch auch in Deutschland ist die Bodenfruchtbarkeit ein wichtiges Thema: Um Beratung und Praxis mit dem nötigen Fachwissen zu begleiten, hat der aid infodienst in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft zwei umfangreiche Kompendien zu dem Themenkreis herausgeben. Vom hochrangigen Autorenteam werden in den Heften der Reihe „Gute fachliche Praxis“ die diffizilen Zusammenhänge der Bodenfruchtbarkeit dargelegt und Fachinformationen zu Bodenbewirtschaftung und Bodenschutz eingängig vermittelt. Ein Vorbild, das sich möglichst weltweit in der Beratungspraxis fortsetzen sollte. Denn: Wir haben nur einen Planeten, es wird höchste Zeit.

Quelle: Friederike Heidenhof, www.aid.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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