„Aus eigener Herstellung“ – Beim Eisverkauf wird getrickst

Im Hochsommer, wenn die Temperaturen steigen, lockt das vielfältige Speiseeisangebot in Eisdielen und Kühltruhen mit einer genussvollen Abkühlung. Menschen, die auf Qualität besonderen Wert legen, werden vermutlich ein Eis „aus eigener Herstellung“ in einer Eisdiele einem industriell hergestellten Produkt auf dem Tiefkühlregal eines Supermarktes oder Discounters vorziehen.

Sales girl portion s scoop  of ice cream to waferDie Vorstellung von „selbst gemachtem“ Eis kann von der Realität aber weit abweichen. Stellt man sich beispielsweise eine Produktion aus frischem Obst, Sahne und Zucker vor – wie in der eigenen Eismaschine im Privathaushalt – so könnte ein Blick in die Eisproduktion der Eisdiele ernüchternd sein. Denn hier kommen häufig Halbfertigprodukte und Grundmassen zum Einsatz, die neben den Hauptrohstoffen auch Zusatzstoffe wie Verdickungsmittel und Emulgatoren enthalten und zum Teil bereits aromatisiert und gefärbt sind. Durch Zugabe von weiteren Zutaten und Aromen entstehen die verschiedenen Geschmacksvarianten.

Da Angaben wie „selbstgemacht“ und „eigene Herstellung“ nicht rechtlich geregelt sind, gilt nur das grundsätzliche Irreführungsverbot. Dies würde zumindest greifen, wenn das Eis fertig hergestellt angeliefert würde. In allen anderen Fällen erfolgt zumindest zum Teil ein Herstellungsprozess vor Ort. Wie viel „eigene Herstellung“ in der Eisdiele aber tatsächlich stattfindet, kann der Kunde nicht erkennen. Im Extremfall wird das Eis nur noch angerührt und gefroren. Manche Eisdielen versichern dagegen, frische Rohstoffe wie Milch, Sahne und Früchte einzusetzen. Auch Unterschiede in der Zusammensetzung erfahren Käufer nicht. Lediglich einige Zusatzstoffe müssen kenntlich gemacht werden, zum Beispiel „mit Farbstoff“. Außerdem ist eine Allergenkennzeichnung erforderlich.

Aus Sicht von Lebensmittelklarheit.de ist diese Situation nicht verbraucherfreundlich. Angaben wie „eigene Herstellung“ sollten definiert werden, damit Käufer Unterschiede in der handwerklichen Produktion erkennen können. Auch den Einsatz von Zusatzstoffen und Aromen sollten Kunden erfahren können.

Quelle: www.lebensmittelklarheit.de

Euer Julian vom besserhaushalten-Team

www.besserhaushalten.de

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